Von Salih | 4. November 2011 | Interview, Kultur, Queer  Koray Yılmaz-Günay
Unter dem Titel Muslime versus Schwule? Die staatstragende Geschlechterpolitik setzt auf “Teile und herrsche” veröffentlicht die UZ – Sozialistische Wochenzeitung heute ein Interview von Salih Alexander Wolter mit Koray Yılmaz-Günay, dem Herausgeber von “Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre `Muslime versus Schwule´. Sexualpolitiken seit dem 11. September 2001″. Der Sammelband enthält u.a. Beiträge von Markus Bernhardt, Zülfukar Çetin, Jin Haritaworn, Andreas Hieronymus, Alexander King, Georg Klauda, Jennifer Petzen, Dirk Ruder, Saideh Saadat-Lendle, Hilal Sezgin und Yasemin Shooman. Einleitung und Inhaltsverzeichnis können hier im Netz gelesen werden. Kompetente und sympathische Rezensionen gibt es auf Mädchenblog, von der Feministin Antje Schrupp und von Heinz-Jürgen Voß in der aktuellen Ausgabe von Kritisch lesen. Das 212 Seiten starke Buch, das mit Fotos von Aykan Safoglu illustriert ist, kann zum Selbstkostenpreis von fünf Euro zuzüglich Versandkosten über unser Bestellformular angefordert werden.
Von Thomas | 30. August 2011 | Kultur, Queer 
Die Anschlä ge vom 11. September 2001 jähren sich nächste Woche zum zehnten Mal. Der nach diesen Attentaten einsetzende “Krieg gegen den Terror” hat die Weltordnung tiefgreifend verändert. Die Muslime sind als Feindbild einer westlichen Moderne in den Vordergrund gerückt. Die Rechte von Frauen und Homosexuellen haben in diesem Zug und durchaus im Zusammenhang damit eine beachtliche Aufwertung erhalten.
Während im “Westen” zumindest einzelne Erfolge sichtbar wurden, schien es um die sexuelle Selbstbestimmung in “muslimischen Ländern” und innerhalb muslimischer Migrant/innen-Gruppen schlecht bestellt zu sein. Frauen- und Homosexuellenfeindlichkeit dienten so auch als Legitimation für außenpolitische, zum Teil militärische Interventionen und vor allem für rassistische Kampagnen im Inland (“antimuslimischer Rassismus“).
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Von Salih | 10. September 2010 | Kommentar, Queer  Das Establishment feiert
Was beim „großen CSD-Finale“ in Berlin an jenem 19. Juni 2010 passiert ist, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein; so viel ist seither über die Einzelheiten berichtet, so oft sind sie kommentiert worden. Etwa die entlarvende Ansage eines feisten Homofunktionärs von der Bühne am Brandenburger Tor herab an eine Gruppe queerer Migrant_innen – als sie Judith Butler mit Beifall für die Ansprache dankten, mit der sie eben den „Zivilcourage-Preis“ des CSD e. V. zurückgewiesenha tte, rief er ihnen zu: „Wir sind hier in der Mehrheit, ihr seid nur eine Minderheit.“ Der Eklat hat auf einen Schlag zum Hauptthema gemacht, was vom schwullesbischen Paradeweg in die sogenannte „Mitte der Gesellschaft“ jahrelang an den Rand der Aufmerksamkeit gedrängt worden war. Auf einmal geben sich die Medien nicht mehr mit dem zufrieden, was die Pressestelle des LSVD zum Bewusstseinsstand der Community verlautbart, sondern beginnen, genauer hinzuschauen – sogar die der Szene selbst. Und plötzlich haben es alle immer schon gewusst: Es gibt bei uns Rassismus.
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Von Salih | 20. Juni 2010 | Nachrichten, Presse, Queer  Foto: Judith Butler
Einen Eklat nennen die Medien übereinstimmend, was in Berlin beim “großen CSD-Finale” am Sonnabend passiert ist – auch wenn die Veranstalter verständlicherweise genau davon nicht sprechen wollen.
Doch nach der Laudatio von Grünen-Fraktionschefin Künast auf die weltberühmte feministische Philosophin Judith Butler verweigerte diese die Annahme des ”Zivilcourage-Preises”, den ihr das lokale schwule Establishment zugedach t hatte.
Stattdessen distanzierte sich Butler, deren Name untrennbar mit der Queer Theory verbunden ist, bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor mit deutlichen Worten von der Oberflächlichkeit und dem kommerziellen Charakter der Parade und solidarisierte sich nachdrücklich mit dem Kampf der queeren Migrantinnen und Migranten Berlins gegen den immer unverhohlener zutage tretenden Rassismus einiger in der Stadt tonangebender Homo-Funktionäre.
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Von Roy | 23. August 2006 | Nachrichten Eigentlich stand er kurz vor dem Aus: der seit 10 Jahren als Alternative zum kommerziellen CSD-Spektakel des Establishments in Berlin-Kreuzberg veranstaltete Transgeniale CSD drohte wie so manch andere fortschrittliche Veranstaltung aus Mangel an OrganisatorInnen einzuschlafen.
Doch die politische Gemengelage zu Zeiten des nationalistischen WM-Wahns machte die Organisation und Mobilisierung für die Demonstration der politischen Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen und Transgender (LSBT) -Bewegung plötzlich zum Selbstläufer. Kommerzieller und Alternativer CSD finden traditionell am 3. Juni-Wochenende an unterschiedlichen Zeiten und Orten in Berlin statt. Wegen der WM und damit verbundener Sicherheitsbedenken (vermutlich wegen der von manchen Fußballfreunden zu erwartenden Homophobie) bat die Polizei die CSD-Organisatoren, ihre Veranstaltungen erst nach der WM im Juli durchzuführen. Die VeranstalterInnen des kommerziellen CSD folgten dieser Bitte und stellten ihre Parade passend zum Zeitgeist unter das Motto “Einigkeit und Recht und Freiheit”. Derlei klebrige Anbiederung an die Herrschenden veranlaßte die alternativen queer-Aktivisten jetzt erst recht dazu, am traditionellen Termin während der WM zum Transgenialen CSD unter dem Motto “Vielfältigkeit und Recht und Freiheit” aufzurufen. Zwischen 10.000 und 20.000 DemonstrantInnen folgten dem Aufruf und trafen sich parallel zum WM-Achtelfinale Schweden – Deutschland in schweißtreibender Sommerhitze am U-Bahnhof Frankfurter Tor. Von einem pinken LKW schallt ein durchweg gut gemischtes Musik-Programm, dahinter steht ein Kleinbus mit einem überdimensionalen glitzernden Stöckelschuh auf dem Dach, in dem es gekühlte Getränke gegen Spende gibt. AktivistInnen unterschiedlicher linker Gruppen und LSBT-Initiativen wühlen sich durch die über eine Stunde auf den Demo-Beginn wartenden Massen. Einer der Organisatoren stellt erstaunt fest, dass nun auch die DKP eine “queer-AG” hat und wünscht mir viel Erfolg für unsere Arbeit “damit das hier mal ein bißchen kommunistischer wird”. Die 75 Exemplare von “queer DKP”, die ich dabei hatte, sind in kürzester Zeit an die Frau bzw. den Mann gebracht.
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