Von Salih | 18. Mai 2011 | Nachrichten, Presse  Foto: Dirk Stegemann
Hotel Estrel gewährt „Meinungsfreiheit“ nur Rassist_innen!
Presseerklärung des Bündnisses “Rechtspopulismus stoppen”
Das Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ bezeichnet es als eindeutiges politisches Bekenntnis zu Sarrazins rassistischen und sozialdarwinistischen Thesen sowohl durch den Veranstalter „Berliner Abendblatt“ als auch den Gastgeber „Hotel Estrel“ in Neukölln, sich kurzfristig hinter einer geschlossenen Veranstaltung zu versteckten, um jedwede Kritik auszuschließen, und erklärt:
Es zeugt schon von einem äußerst fragwürdigen Verständnis von einer „Meinungsfreiheit“, die von Sarrazin und seinen Verteidiger_innen gebetsmühlenartig und lautstark eingefordert sowie von seinen Anhänger_innen als Deckmantel für ihren eigenen Rassismus wie ein Schild vor sich her getragen wird, wenn gleichzeitig selbst Journalist_innen der Zugang zu einer als öffentlich angekündigten Veranstaltung verweigert wird. Der Selektion der Teilnehmer_innen unterlagen peinlicherweise auch Anhänger_innen von Sarrazins Überlegenheits- und Ungleichwertigkeitsideologie, die auf die öffentliche Einladung zur Sarrazin-Gala des Reklameblattes hereingefallen sind. Besser dagegen erging es offensichtlich u.a. Andreas Graudin und Dieter Steffen von der rechtspopulistischen und rassistischen „Bürgerbewegung“ Pro Deutschland, die unbeanstandet die Kontrollen des eingesetzten Haussicherheitsdienstes überstanden und ihrem Idol zujubeln durften. Dass sie dabei auch die neuste Ausgabe des neurechten Blattes „Junge Freiheit“ lesen konnten, die auf den Stühlen ausgelegt war, versteht sich dann fast schon von selbst und steht für den Gesamtcharakter dieser Veranstaltung.
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Von Salih | 17. Mai 2011 | Nachrichten, Presse  Sarrazin, Halt's Maul!
18. Mai 17.00 Uhr Hotel Estrel/ Berlin-Neukölln, Sonnenallee 225/Ecke Ziegrastraße, S- Bahn Sonnenallee
Wir nehmen mit wachsender Sorge zur Kenntnis, dass in den letzten Monaten zunehmend ein gesellschaftliches Klima des Generalverdachts gegen Migrant_innen im Allgemeinen und Muslim_innen im Besonderen geschürt wurde und wird. Zu diesem Klima scheinen sowohl das Berliner Abendblatt als auch das Hotel Estrel wissentlich beigetragen zu wollen. Anders können wir die Einladung und Bewerbung von Sarrazin für die Veranstaltung am 18. Mai ab 19.00 Uhr nicht bewerten und rufen deshalb zu einer Protestdemonstration ab 17.00 Uhr rund um das Hotel Estrel in Neukölln auf.
Während sich einige Veranstalter_innen unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit wenigstens bemühen, den öffentlichen Anschein zu wahren, eine Auseinandersetzung mit Sarrazins rassistischen und sozialdarwinistischen Thesen als Grund für dessen Einladung anzuführen, hebt sich das Berliner Abendblatt mit seiner Werbeanzeige deutlich ab. Unter dem gleichnamigen Titel des Sarrazin-Phamplets „Deutschland schafft sich ab“ wird für ein Leseforum mit Thilo Sarrazin als „profundem Kenner von Politik und Verwaltung“ geworben, der sich angeblich nicht damit abfinden will, dass „die deutsche Bevölkerung nicht nur älter wird und abnimmt, sondern immer mehr Menschen von staatlichen Zahlungen abhängig sind“. Klar scheint für das Berliner Abendblatt ebenfalls, dass „die Folgen, die sich für Deutschlands Zukunft aus der Kombination Geburtenrückgang und Zuwanderung ergeben“ sollen, durch Sarrazins rassistische und sozialdarwinistische Ideologieversatzstücke sowie Vererbungsfantasien erklärt und aus ihnen heraus Lösungen gefunden werden können.
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