Es ist Wahlkampf in NRW

Manuel Hase

Es ist Wahlkampf in NRW. Am 13. Mai muss ein neuer Landtag gewählt werden, nachdem sich die FDP bei der Abstimmung am 14. März 2012 beim Haushaltseinzelplan 03 (Ministerium für Inneres und Kommunales) verrechnet hatte, löste sich der Landtag einstimmig auf. Hoffen wir mal, dass sich nicht genug Dumme finden, die diese Partei noch einmal in den Landtag einziehen lassen. Wie gesagt, es ist Wahlkampf, und jetzt wollen auch homophobe Parteien bei Lesben und Schwulen punkten.

Wieder einmal spielt dabei das größte Homoportal der BRD mit und interviewt Manuel Hase, den 22-jährigen Vorsitzenden der LSU in NRW.

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Schwule und Lesben sind laut CDU/CSU keine guten Eltern

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion lehnt eine Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Adoptionsrecht einmal mehr ab, weil die “unterschiedliche Geschlechtlichkeit der Eltern” entscheidend in der Erziehung sei.

Schwule oder Lesbische Paare würden nicht so gute Eltern  sein, selbst wenn sie sich “aufopfernd und liebevoll um Kinder” kümmern würden, erklärten Andrea Voßhoff und Günter Krings in einer gemeinsamen Erklärung. “Aus Gründen des Kindeswohls lehnen wir ein gemeinsames Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Partnerschaften daher ab”.

CDU und CSU sorgen sich nach deren Aussage “ausschließlich um das Wohl der betroffenen Kinder”. Auch erklärten Voßhoff und Krings, dass Ehe und Familie laut Grundgesetz unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung stünden, Schwule und Lesben aber die Voraussetzungen für eine Familie nicht erfüllen könnten.

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Die LSU wird mal wieder gebraucht

Einmal mehr sind die LSU (Lesben und Schwule in der Union) gefragt, ihrer einzigen größeren Aufgabe nachzukommen, sich für homophobe CDU Mitglieder zu entschuldigen. Wieder einmal hat ein CDU Mann seine Klappe zu weit aufgerissen. Kai Hähner von der CDU Chemnitz (Karl-Marx-Stadt) hat in einer e-Mail dem CSD Leipzig vorgeworfen, Werbung für Homosexualität zu machen und damit Kinder vom “rechten Weg” abzubringen.

kai-hahnerHähner, der den CDU-Ortsverband Chemnitz Mitte-West führt und Bezirksvorsitzender der revanchistischen “Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung” ist, kritisierte die CSD-Organisatoren wegen ihrer Öffentlichkeitsarbeit: “Leben Sie, wie Sie wollen, im Privaten und lassen Sie andere mit Ihrer Abnormalität in Ruhe”, schrieb er. Grund der e-Mail ist das Interview eines der CSD Leipzig Organisatoren im Radiosender “MDR Info”: “Durch Ihre öffentlichen Auftritte und das Zuschaustellen Ihrer Lebensweise gilt Homosexualität inzwischen als ´trendy´. Und somit verleiten Sie Jugendliche, die sich in einer sexuellen Findungsphase befinden.”

Vor allem geht es Hähner gegen den Strich, dass Aktivisten auch in Schulen für Toleranz werben wollen. Gerade die Forderung nach einer Sensibilisierung von jüngeren Kindern – etwa wenn in Kinderbüchern ein Junge von zwei Müttern oder Vätern aufgezogen wird – sieht er als “unerträgliche Unverschämtheit” an.

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Menschenrecht laut LSU nicht gleich Menschenrecht

lsu_logoDie “Lesben und Schwulen in der Union”, oder wohl besser das sich so nennende Feigenblatt zur Wiedergutmachung und zur Verharmlosung homophober Äußerungen von CDU/CSU Mitgliedern, hat verlauten lassen, dass eine Rehabilitation der wegen Homosexualität Verfolgten nicht möglich sei. Opfer zu entschädigen und durch Projektarbeit Aufklärung zu betreiben sei das, was die nun mit Leben zu füllende  “Magnus-Hirschfeld-Stiftung” leisten müsse, so der LSU-Vize Björn Beck. Er erklärte: “Die Forderungen nach Rehabilitation und Aufhebung der Urteile sind aus Sicht der LSU zwar nachvollziehbar, aber realitätsfern”.

Denn: “Urteile, die aufgrund geltenden Rechts gefällt und vom Bundesverfassungsgericht gestützt werden, können nicht aufgehoben werden”, dies gelte selbst dann, wenn diese Rechtsprechung aus heutiger Sicht “gegen die Menschenrechte verstößt”.

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CDU biedert sich an – Werbung mit Homo-Paar?

lsu_logoIn einem Wahlwerbespot wirbt die an sich homophobe CDU mit zwei Männern, die den Eindruck machen, ein schwules Paar zu sein.

Der Film ist ganz auf Angela Merkel ausgerichtet.

“Das Wichtigste aber ist der Zusammenhalt im Land”, erklärt sie am Ende des Spots. Dabei werden mehrere Statisten eingeblendet, darunter auch ein offenbar schwules Paar. Einer der Darsteller legt dabei den Arm um den anderen.

“Gemeinsam können wir viel erreichen. Wir alle zusammen”, schließt Merkel den Spot.

Das Feigenblatt der CDU die LSU-NRW hat ein Standbild des Videos auf seine Homepage geladen und kommentiert es mit “Aloha”.

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