Muslime versus Schwule?

"Karriere eines konstruierten Gegensatzes: Zehn Jahre 'Muslime versus Schwule'. Sexualpolitiken seit dem 11.September 2001"

Die Anschlä ge vom 11. September 2001 jähren sich nächste Woche zum zehnten Mal. Der nach diesen Attentaten einsetzende “Krieg gegen den Terror” hat die Weltordnung tiefgreifend verändert. Die Muslime sind als Feindbild einer westlichen Moderne in den Vordergrund gerückt. Die Rechte von Frauen und Homosexuellen haben in diesem Zug und durchaus im Zusammenhang damit eine beachtliche Aufwertung erhalten.

Während im “Westen” zumindest einzelne Erfolge sichtbar wurden, schien es um die sexuelle Selbstbestimmung in “muslimischen Ländern” und innerhalb muslimischer Migrant/innen-Gruppen schlecht bestellt zu sein. Frauen- und Homosexuellenfeindlichkeit dienten so auch als Legitimation für außenpolitische, zum Teil militärische Interventionen und vor allem für rassistische Kampagnen im Inland (“antimuslimischer Rassismus“).

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Strategien gegen Homonationalismus in Europa

Tagungsort "Vesterbro Demokratiehus" im Zentrum von Kopenhagen

Foto: DKP queer

Am vergangenen Wochenende, fand am 29. Januar 2011 im Herzen von Kopenhagen ein Kongress von linken Queer-Gruppen aus Dänemark, den Niederlanden, Portugal und Deutschland statt. Angekündigt, aber nicht erscheinen, konnten Vertreter aus Italien, Spanien und Schweden.

Im Mittelpunkt stand die Diskussion um Aktionsformen gegen den Mißbrauch von unter anderem Homosexualität als rassistisches Kampfmittel kapitalistischer Staaten. Dieses sogenannte “pinkwashing” (zusammengesetzt aus dem ugs. engl. “peenk” und “washing”; ursprünglich wurde damit Marketing für Anti-Krebs-Medikamente bezeichnet, in welchem Pharmakonzerne vorgaben einen Teil ihrer Einnahmen für gemeinnützige Zwecke zur Beseitigung der Krankheit zu spenden) wurde beispielsweise von Israel für eine Kampagne eingesetzt, in der es sich selbst als schwules Paradies in Szene setzte, das gegen die homophoben Barbaren in Palästina vorgehen muss. Oder den USA, die damit ostentativ ihren “Krieg gegen den Terrorismus” auch als Kampf für schwul-lesbische Rechte deklariert. In Deutschland nehmen wir es wahr durch die Diskriminierung einer Minderheit durch eine andere. So zum Beispiel homosexuelle Deutsche die homosexuelle Ausländer oder Transsexuelle ausgrenzen, vollpöbeln, verprügeln. Diese Tendenz veranlasste bekanntlich Judith Butler zur Ablehnung des ihr zugedachten “Zivilcourage-Preises” auf dem Christopher Street Day (CSD) 2010 in Berlin.
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Judith Butlers Zivilcourage

Foto: Judith Butler

Foto: Judith Butler

Einen Eklat nennen die Medien übereinstimmend, was in Berlin beim “großen CSD-Finale” am Sonnabend passiert ist – auch wenn die Veranstalter verständlicherweise genau davon nicht sprechen wollen.

Doch nach der Laudatio von Grünen-Fraktionschefin Künast auf die weltberühmte feministische Philosophin Judith Butler verweigerte diese die Annahme des  ”Zivilcourage-Preises”, den ihr das lokale schwule Establishment zugedach t hatte.

Stattdessen distanzierte sich Butler, deren Name untrennbar mit der Queer Theory verbunden ist, bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor mit deutlichen Worten von der Oberflächlichkeit und dem kommerziellen Charakter der Parade und solidarisierte sich nachdrücklich mit dem Kampf der queeren Migrantinnen und Migranten Berlins gegen den immer unverhohlener zutage tretenden Rassismus einiger in der Stadt tonangebender Homo-Funktionäre.
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Termine

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25. Mai 2012:
Festival der Jugend

2. Juni 2012:
CSD Schleswig-Holstein

2. Juni 2012:
Trans-Street-Day Dresden

2. Juni 2012:
CSD Karlsruhe

16. Juni 2012:
CSD Trier

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