Ein chinesischer Streit um Homosexualität

Es gibt Vorgänge in bestimmten Lebensbereichen einer Gesellschaft, die schlaglichtartig den kulturellen, moralischen und sozialen Zustand und das Entwicklungsniveau erhellen und offen legen (in Deutschland z.B. der Umgang und die Einstellung vieler Menschen zu plagiativen Doktorarbeiten, besonders von Politikern).

Die Haltung gegenüber der Homosexualität der Mitmenschen ist in vielen Ländern der Welt ein anderes Beispiel. Dort, wo die Ideologie der christlichen Kirchen dominiert, ist Homosexualität eine ‘Sünde’, ein verdammenswertes , steuer- und änderbares Fehlverhalten – jeder Wissenschaftlichkeit zum Trotz. Mit wenigen Ausnamen sind in muslimisch geprägten Staaten Homosexuelle von der Strafverfolgung bis hin zur Todesstrafe bedroht. Vor kurzem konnte im evangelikal dominierten Uganda durch internationale Proteste vorläufig ein Gesetz verhindert werden, welches Homosexualität mit der Todesstrafe bedrohen sollte. Weiterhin wird man in Uganda mit bis zu 20 Jahren Freiheitsentzug bestraft. In Über 70 Staaten ist bis zum heutigen Tag, vor allem die männliche Homosexualität strafbar. Eine bemerkenswerte öffentliche Auseinandersetzung der anderen Art läuft zu diesem Problembereich seit eineinhalb Wochen in chinesichen Medien.

Ende Juni löste die in ganz China bekannte Schauspielerin Lu Liping eine hitzige landesweite Diskussion über ihre im Internet verbreiteten Thesen über Homosexualität aus. Ihre Popularität verdankt Lu u.a. der letztjährigen Ehrung beim Golden-Horse-Festival auf Taiwan als derzeit beste Filmdarstellerin Chinas.
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Positiv in der Volksrepublik

flagge_chinaDer chinesische Staatsrundfunk hat am Sonntag dem 10. Januar angekündigt, eine wöchentliche Sendung über AIDS auszustrahlen. »Positive Gespräche« ist ihr Titel. Der Moderator ist mit dem HI-Virus infiziert. Der Chefredakteur des Nationalen Rundfunks, Yang Wenyan, erklärte, HIV-Infizierte sollten damit mehr »Aufmerksamkeit, Fürsorge und Unterstützung« bekommen. Die erste Ausstrahlung ist für den kommenden Samstag, den 16. Januar geplant. Im November starteten das Gesundheitsministerium und die UN bereits eine TV-Kampagne gegen die Diskriminierung von HIV-Infizierten, die von dem chinesischen Basketballstar Yao Ming unterstützt wird. Nach Ministeriumsschätzungen leben etwa 740.000 HIV-Infizierte in der Volksrepublik.

Quelle: JungeWelt

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