Am 14. Januar fand in Berlin die 17. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz der Tageszeitung junge welt statt. Die von knapp 2000 Menschen besuchte Veranstaltung, bei der DKP queer mit einem gemeinsamen Infostand mit der DKP Berlin und der SDAJ vertreten war, nahm per Akklamation eine von Markus Bernhardt verlesene Solidaritätserklärung für Bradley Manning an, der vor einem US-Kriegsgericht angeklagt ist und unter menschenunwürdigen Bedingungen in Militärhaft gehalten wird.
Statt Mannings Beitrag zur Aufklärung von US-Kriegsverbrechen in Irak zu würdigen, sieht sich die Verteidigung offenbar gezwungen, für ihren Mandaten die «Seelennöte eines schwulen Soldaten» als mildernde Umstände für die vermeintliche Straftat geltend zu machen. Wir dokumentieren den Wortlaut der Solidaritätserklärung:
«Wir, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 17. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz erklären hiermit unsere Solidarität mit dem in den USA inhaftierten Soldaten Bradley Manning. Der junge Mann, der für die US-Army im Irak stationiert war, wurde im Mai 2010 unter dem Verdacht verhaftet, der Enthüllungsplattform ‹WikiLeaks› als sogenannter Whistleblower Videos und Dokumente zugespielt zu haben. Darunter jener Videomitschnitt des weltweit bekannt gewordenen US-Hubschrauberangriffs 2007 in Bagdad, bei dem die Besatzung gezielt auf Zivilisten und zwei Journalisten geschossen und diese ermordet hat. Insgesamt zwölf Personen fielen dem Luftangriff, der die Brutalität der Besatzung des Iraks für viele Menschen weltweit erschreckend sichtbar werden ließ, zum Opfer. In der Öffentlichkeit lösten besonders die Kommentare der Kampfhubschrauber-Piloten Empörung aus. Ein Pilot kommentierte den Vorfall mit ‹Sieh dir diese toten Bastarde an!›, während ihm ein anderer Funkteilnehmer zu den ‹guten Schüssen› gratulierte.

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