Muslime versus Schwule? UZ-Interview mit Koray Yılmaz-Günay

Koray Yılmaz-Günay

Koray Yılmaz-Günay

Unter dem Titel Muslime versus Schwule? Die staatstragende Geschlechterpolitik setzt auf “Teile und herrsche” veröffentlicht die UZ – Sozialistische Wochenzeitung heute ein Interview von Salih Alexander Wolter mit Koray Yılmaz-Günay, dem Herausgeber von “Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre `Muslime versus Schwule´. Sexualpolitiken seit dem 11. September 2001″. Der Sammelband enthält u.a. Beiträge von Markus Bernhardt, Zülfukar Çetin, Jin Haritaworn, Andreas Hieronymus, Alexander King, Georg Klauda, Jennifer Petzen, Dirk Ruder, Saideh Saadat-Lendle, Hilal Sezgin und Yasemin Shooman. Einleitung und Inhaltsverzeichnis können hier im Netz gelesen werden. Kompetente und sympathische Rezensionen gibt es auf Mädchenblog, von der Feministin Antje Schrupp und von Heinz-Jürgen Voß in der aktuellen Ausgabe von Kritisch lesen. Das 212 Seiten starke Buch, das mit Fotos von Aykan Safoglu illustriert ist, kann zum Selbstkostenpreis von fünf Euro zuzüglich Versandkosten über unser Bestellformular angefordert werden.

Muslime versus Schwule?

"Karriere eines konstruierten Gegensatzes: Zehn Jahre 'Muslime versus Schwule'. Sexualpolitiken seit dem 11.September 2001"

Die Anschlä ge vom 11. September 2001 jähren sich nächste Woche zum zehnten Mal. Der nach diesen Attentaten einsetzende “Krieg gegen den Terror” hat die Weltordnung tiefgreifend verändert. Die Muslime sind als Feindbild einer westlichen Moderne in den Vordergrund gerückt. Die Rechte von Frauen und Homosexuellen haben in diesem Zug und durchaus im Zusammenhang damit eine beachtliche Aufwertung erhalten.

Während im “Westen” zumindest einzelne Erfolge sichtbar wurden, schien es um die sexuelle Selbstbestimmung in “muslimischen Ländern” und innerhalb muslimischer Migrant/innen-Gruppen schlecht bestellt zu sein. Frauen- und Homosexuellenfeindlichkeit dienten so auch als Legitimation für außenpolitische, zum Teil militärische Interventionen und vor allem für rassistische Kampagnen im Inland (“antimuslimischer Rassismus“).

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Die Komplizenschaft verweigern

Das Establishment feiert

Das Establishment feiert

Was beim „großen CSD-Finale“ in Berlin an jenem 19. Juni 2010 passiert ist, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein; so viel ist seither über die Einzelheiten berichtet, so oft sind sie kommentiert worden. Etwa die entlarvende Ansage eines feisten Homofunktionärs von der Bühne am Brandenburger Tor herab an eine Gruppe queerer Migrant_innen – als sie Judith Butler mit Beifall für die Ansprache dankten, mit der sie eben den „Zivilcourage-Preis“ des CSD e. V. zurückgewiesenha tte, rief er ihnen zu: „Wir sind hier in der Mehrheit, ihr seid nur eine Minderheit.“ Der Eklat hat auf einen Schlag zum Hauptthema gemacht, was vom schwullesbischen Paradeweg in die sogenannte „Mitte der Gesellschaft“ jahrelang an den Rand der Aufmerksamkeit gedrängt worden war. Auf einmal geben sich die Medien nicht mehr mit dem zufrieden, was die Pressestelle des LSVD zum Bewusstseinsstand der Community verlautbart, sondern beginnen, genauer hinzuschauen – sogar die der Szene selbst. Und plötzlich haben es alle immer schon gewusst: Es gibt bei uns Rassismus.
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Termine

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25. Mai 2012:
Festival der Jugend

2. Juni 2012:
CSD Schleswig-Holstein

2. Juni 2012:
Trans-Street-Day Dresden

2. Juni 2012:
CSD Karlsruhe

16. Juni 2012:
CSD Trier

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