Am Montag dem 8. MĂ€rz 2010 hatte die Vereinigung “Patriots for a Moral Utah” eine Gesetzesinitiative vorgestellt. Diese sieht eine “unfreiwillige Verteilung und Umsiedlung von Homosexuellen in StĂ€dte auĂerhalb der Staatsgrenze oder deren Resozialisation in staatlichen Einrichtungen” vor.
Ob es sich dabei um eine ernst gemeinte Aktion von verbrecherischen Elementen oder um eine Aktion der Gruppe “Yes Men” handelt, die in der Vergangenheit mehrfach die Medien mit falschen Nachrichten versorgte, ist noch nicht bekannt.
Der mehrseitige “Gesetzesentwurf”, der den Titel “Fair Solution Initiative” trĂ€gt (die “Endlösung der Judenfrage” der deutschen Faschisten heiĂt auf Englisch “Final Solution”), sieht eine Deportation von Homosexuellen, die nicht freiwillig den Staat verlassen oder sich nicht einer Therapie unterziehen vor. Kleidung und einen Ort fĂŒr die Abartigen Kranke gibt es ja schon. Die orangen HĂ€ftlingsanzĂŒge in Guantanamo bekommen einfach einen rosa Winkel mit der Aufschrift “faggot” (US Schimpfwort vergleichbar mit dem deutschen “Schwuchtel”).
Eine Kommission soll so schnell wie Möglich gebildet werden, die “VerdĂ€chtige” verhören und EntschlĂŒsse ĂŒber deren Zukunft treffen kann; sie bekommt auch das Recht, Zeugen zu verhören, und wird von Freiwilligen im ganzen Staat vor Ort unterstĂŒtzt. Wer gegen die PlĂ€ne in irgendeiner Form demonstriert oder Homosexuelle vor der Verfolgung schĂŒtzt oder falsche Angaben ĂŒber die sexuelle Orientierung anderer macht, wird bestraft, ebenso Personen, die sich weigern, ihre sexuelle Orientierung zu enthĂŒllen. Um die “natĂŒrliche Ordnung” der Gesellschaft beizubehalten, sei das Gesetz notwendig.
Es erinnert auffĂ€llig an eine Mischung aus deutschem Faschismus und der faschistoiden McCarthy-Ăra in den USA der 1950er Jahre.
Sollte es tatsĂ€chlich eine Aktion von “Yes Men” gewesen sein, wovon man ausgehen kann, erinnert “Yes Men” nicht nur an die Methoden und Sprache der Faschisten, sondern auch an die AusweisungsbeschlĂŒsse, mit denen die “Mormonen” vor rund 200 Jahren aus Missouri vertrieben wurden.
Die Behandlung von Homosexuellen durch “Mormonen” ist heute in Utah mehr als diskriminierend.
Utah zĂ€hlt zu den rechts-konservativen Staaten in den USA. Rund 65 Prozent der Bevölkerung sind “Mormonen”. Bis 2003 war in dem US-Staat gleichgeschlechtlicher Sex verboten und wurde verfolgt. Die Abschaffung der Verfolgung, fĂŒhrte zu landesweiten Protesten der reaktionĂ€rsten KrĂ€fte in Utah, wo US Neonazis mit den “Mormonen” gemeinsame Sache machen konnten.

