DKP queer

Kommission des Parteivorstands der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) zu sexualemanzipatorischen Fragen und Lebensweisen

flagge-hondurasÜber die vermehrten homo- und transphoben Übergriffe in Honduras nach dem Staatsstreich 2009 haben wir schon berichtet. Um darĂŒber zu informieren und wieder aufmerksam zu machen sowie gegen die sich mehrende internationale Akzeptanz fĂŒr die neuen Machthaber zu protestieren, gibt es am Dienstag, den 26.01.2010 in Berlin mehrere AktivitĂ€ten:

15:00 Uhr Kundgebung der Honduras-Koordination vor dem AuswĂ€rtigen Amt, Werderscher Markt 1: “Keine Anerkennung fĂŒr den Staatsstreich in Honduras”

16:00 Uhr Demonstration des Queeren BĂŒndnisses Walter TrĂłchez, vom AuswĂ€rtigen Amt zur FDP-Zentrale, Reinhardtstr. 14: “Gegen homo- und transphobe Gewalt in Honduras und weltweit!”

honduras_plakat_26-01

Hier der Aufruf des BĂŒndnis

Wir, das Queere BĂŒndnis Walter TrĂłchez, sind entsetzt ĂŒber den Mord an dem schwulen LGBTI- und Menschenrechtsaktivisten Walter TrĂłchez. Seit dem MilitĂ€rputsch vom 28.6.2009 sind viele weitere Transgender, Schwule und Gegner_innen der Putschregierung ermordet worden. Unsere SolidaritĂ€t und unser MitgefĂŒhl gelten den Familienangehörigen und Freund_innen der Ermordeten. Auch wenn homo- und transphobe Gewalt in Honduras schon vor dem Putsch nicht unbekannt war, so hat doch erst der Putsch diese aktuelle Welle der Gewalt und Rechtlosigkeit in Gang gesetzt.
Wir sind empört ĂŒber die AktivitĂ€ten der deutschen FDP und ihrer politischen Stiftung, der Friedrich-Naumann-Stiftung. Der Leiter des HondurasbĂŒros der Naumann-Stiftung, Christian LĂŒth, hat den Putsch von Anfang an gerechtfertigt und verharmlost. Gemeinsam sind sie bereit, die demokratische Fassade zu akzeptieren, die sich die Putschisten mit der Wahlfarce vom 29. November geben wollten, um den Putsch nachtrĂ€glich zu legitimieren. Dass sich die Menschenrechtssituation in Honduras nicht verbessert, zeigt sich schon darin, dass die Putschisten sich nun selbst mit einem Amnestiegesetz vor strafrechtlicher Verfolgung schĂŒtzen wollen. Anders als FDP und Friedrich-Naumann-Stiftung werden wir das nicht hinnehmen, denn Menschenrechte sind unteilbar.

Deshalb fordern wir:

1. UnterstĂŒtzung der honduranischen Menschenrechtsaktivist_innen und LGBTI*! Gegen homo- und transphobe Gewalt in Honduras und weltweit!
2. Keine Anerkennung der unter undemokratischen VerhĂ€ltnissen zustande gekommenen Wahl von Porfirio Lobo, dessen AmtseinfĂŒhrung fĂŒr den 27.1. 2010 vorgesehen ist – weder durch die deutsche Bundesregierung noch durch die EU!
3. Sofortige AufklĂ€rung der seit dem 28.6.2009 in Honduras verĂŒbten Verbrechen!
4. Beendigung der Zusammenarbeit von FDP und Naumann-Stiftung mit den Putschisten und ihren VerbĂŒndeten!